King: Interview mit Tommy Palm bei Venturebeat (Lesetipp)

casual connect logoUnd aus aktuellem Anlass gleich nochmal ein Blick zurück auf die Casual Connect 2014 in den USA. Der Tech-Newsblog VentureBeat hat nämlich eine umfangreiche Zusammenfassung vom Exklusiv-Interview mit King.com Spieleguru Tommy Palm veröffentlicht, das im offiziellen Messe-Programm unter dem Titel “Fireside Chat with Tommy Palm” stattgefunden hat, aber bislang noch nicht als Video verfügbar ist.

Wer sich für die Hintergründe von den Saga-Spielen interessiert oder damit liebäugelt für King.com in Berlin oder an einem internationalen Standort zu arbeiten, der findet in dem englischen Artikel wirklich sehr detailierte Einblicke in die Arbeitsweise des Unternehmens und es kann im Falle einer Bewerbung ja sicher nicht schaden, wenn man z.B. schon vorab mit ein wenig Basis-Know-How über die agilen Prozessabläufe bei der Entwicklung von Cross-Plattform-Spielen punkten kann.

Zum vollständigen Interview-Recap bei VentureBeat!

Die aus unserer Sicht wichtigsten bzw. interessantesten Fakten haben wir aber auch auf deutsch für euch zusammengetragen :

– Tommy Palm gehörte zu dem ersten Team von nur 4 Mitarbeitern, die Candy Crush Saga in ein Cross-Plattform Game umgewandelt haben.

– Tommy Palm war vor dem Erfolg von Candy Crush Saga einmal kurz davor einen Job bei McDonalds anzunehmen.

– Sein Nickname ist Tommy “Danger” Palm, er kommt aus Stockholm in Schweden und programmiert Spiele, seitdem er 12 ist.

– Ende der 90er gründete er mit Jadestone (Web Spiele / Gambling) direkt nach der Schule und ohne Geldreserven sein erstes Unternehmen. Er überlegte schon bei McDonalds an der Kasse zu arbeiten, als es im letzten Moment doch noch gelang einen großen Deal mit Nokia über die Bühne zu bringen, der das Unternehmen erst einmal für weitere 2 Jahre absicherte.

– 2009 gründete er Fabrication Games (Cross-Plattform Games), das 2012 von King übernommen wurde.

– Nach einer Nutzerdatenanalyse des ersten Live-Wochenendes von Candy Crush Saga hat das Team spekuliert wie sich die Kennzahlen wohl weiterentwickeln werden. Es wurde am Ende 10 mal mehr als Tommy Palm erwartete.

– Bei King arbeiten aktuell über 800 Mitarbeiter in 11 Büros weltweit.

– Jüngere Spielereleases auf Royalgames haben einen ausgeprägteren Wiederekennungswert, die Qualität mehr Konsistenz. Dennoch gibt es keine besonderen Design-Vorgaben / Stilrichtungen, für die Teams die neue Spiele entwickeln. Die Hierachien sind flach.

– Ausschlaggebend für die Übernahme von Fabrication Games durch King war die gemeinsame Vision von Cross-Plattform Games als kommender Trend. Candy Crush Saga für Facebook war bereits in der Entwicklung und Fabrication Games hatte das Expertenteam für mobile Spieleentwicklung. So haben sich die beiden unterschiedlichen Fokusse auf soziale und mobile Features wie zwei passende Puzzleteile perfekt zusammengefügt.

– Die Implementierung des Features zum Offlinespielen hat die Releasetermine von Candy Crush Saga Mobile verzögert, sollte aber unbedingt von Anfang an verfügbar sein.

– Bubble Witch Saga 1 ist auf Handys mit kleinem Display zu klein dargestellt und daher unhandlich zu spielen. Bubble Witch Saga 2 hat diese Schwachstelle nun behoben und auch die Design-Farbpalette wurde bewusst angepasst (bunt statt düster).

– Candy Crush Saga wurde initial nicht von Apple gefeaturet, inzwischen allerdings – wie auch weitere King-Spiele – regelmäßig. Die Nachfrage nach einem mobilen Release der Facebook-Version war schon vor Release sehr hoch und so wurde die App mit dem Erscheinen sofort viral.

– King begrüßt es ausdrücklich, wenn Spieler nachdem sie auf der einen Plattform keine Leben mehr haben (z.B. Facebook), einfach auf einer andere wechseln und dort weiterspielen (z.B. mobil).

– Das innovative Merkmal welches Candy Crush Saga von Klassikern wie Bejeweled unterscheidet, ist die Möglichkeit Power-Ups zu kombinieren.

– King sponsert Progammier-Events für und von unabhängigen Spieleentwicklern / Indies.

– Die Projektteams halten sich an einen 2-wöchigen, jedoch individuell ausgestalteten SCRUM-Sprintzyklus, an dessen Ende gewöhnlich 15 neue Spiele-Level erschienen und ggf. auch einige schwierige der älteren Level angepasst worden sind.

– Bei King wird englisch gesprochen.

– King sucht händeringend nach Entwicklern.

– Farm Heroes Saga war das erste Spiel das im Londoner Studio produziert wurde. In London operiert inzwischen ein Licensing-Team das sich fortan verstärkt um Merchandise-Deals kümmert (z.B. wie damals die Candy Crush Saga Socken).

– Frauen sind bei King seit jeher eine besonders wichtige Zielgruppe.

– Die Nachfrage von Blackberry-Usern die sich Saga-Spiele wünschen ist nicht hoch.

– King konzentriert sich auf Wachstum in Asien und hat in Japan und Südkorea neue Büros eröffnet. Ausserdem gibt es eine Zusammenarbeit mit Chinas größtem Internetkonzern Tencent.

– Tommy Palm kann das Wort “Nein” nicht leiden und konzentriert sich auf das Positive. Er liebt es in der Natur zu sein. Hätte er nicht so früh mit dem Programmieren angefangen, wäre er wahrscheinlich (ein schlechter) Künstler geworden.

– Ursprünglich arbeiteten an Candy Crush Saga unterschiedliche Teams für die unterschiedlichen Plattformen Facebook und mobil, sodass es anfangs zu Synchronisationsfehlern kam, z.B. bei der Berechnung von Levelpunkten. Die beiden Teams würden erst später zusammengelegt.

– Einige ehemalige Zynga-Mitarbeiter, arbeiten inzwischen bei King.

– King hat rund 350 Million Nutzer weltweit und möchte sein Spieleportfolio weiter ausbauen um die Kunden bei Laune zu halten.

– Mund zu Mund Propaganda ist ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor von Candy Crush Saga.

Und als Belohnung fürs Lesen gibt es zum Anschauen noch zwei richtig coole, brandaktuelle TV-Clips von King:

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