M2P-Games: Exklusiv-Interview mit Frank Ziemlinski! (Teil 1)

frank ziemlinskiFrank Ziemlinski ist einer der kreativen Köpfe vom m2p-Portal und für eine Vielzahl der beliebten Spielecharaktere und -designs verantwortlich. Einige Jahre zuvor hat er aber erstmal das Moorhuhn erfunden. Wir wollten mehr über Frank und seine abgeschlossenen Projekte sowie heutige Arbeit erfahren und haben uns für euch zu einem Interview mit ihm verabredet.

Pünktlich zum Wochenende möchten wir euch heute den ersten Teil präsentieren, der zweite Part unseres Gesprächs geht dann morgen online!

1. Frank, möchtest Du uns kurz erzählen wer Du bist, was Deine liebsten Hobbys sind und wie lange Du schon als Spieledesigner arbeitest?

Hallo Robert…sehr gerne. Also, mein Name ist Frank Ziemlinski. Ich bin 45 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Damit erübrigt sich die Frage nach den Hobbys eigentlich auch schon, denn wenn du 3 (noch relativ kleine) Kinder hast, bleibt nicht mehr so viel Zeit für andere Dinge :) Als Spieledesigner arbeite ich eigentlich schon mein ganzes Berufsleben lang. Seit der erste COMMODORE VC 20 in Deutschland auf den Markt kam und ich die ersten einfachen Grafikprogramme darauf ausprobieren konnte, haben mich Computergrafik und speziell Computerspiele nicht mehr losgelassen. Auch heute spiele ich immer noch gerne am Rechner auch wenn die Games sich doch schon deutlich von dem unterscheiden, was es „damals“ so gab…

2. Du bist bereits seit den Anfangszeiten von enter.tv an der Umsetzung des heutigen m2p-Portals beteiligt, wie bist Du damals dazu gekommen und mit welchen Projekten hast Du Dich zuvor beschäftigt?

Nun, angefangen hatte das Projekt, als wir (das komplette Team und meine Person) genug vom Moorhuhn hatten, und uns nach einer neuen Betätigung umgeschaut haben. Wir hatten damals unter dem Namen enter.tv damit begonnen, ein SKILL GAMING Portal aufzubauen, mit allem, was dazu gehört. Das war sozusagen der Grundstein für das m2p Portal, wie man es heute kennt. Wir hatten einfach dort weitergemacht, wo wir mit dem Moorhuhn aufgehört haben – wir hatten ja all die phantastischen Talente und Kollegen zusammen, die man braucht, um gute Unterhaltung zu produzieren, auch wenn das neue Projekt SKILL GAMING im Gegensatz zu den bislang üblichen DOWNLOAD Games doch schon etwas völlig neues war. Es gab eigentlich keine so große Leerlaufzeit bei uns, denn wir haben eigentlich nur den Standort und die Firma gewechselt und konnten weiterarbeiten.

3. Wie hast Du die Übernahme von enter.tv durch Tipp24 und zuletzt den Betreiberwechsel mit der Umbenennung zu m2p erlebt? Warst Du überhaupt die ganze Zeit über mit dabei und falls ja wie haben sich die verschiedenen Zuständigkeiten und Firmensitze des Portals auf Deine Arbeit ausgewirkt?

Die Zeit der Übernahme habe ich eigentlich nur am Rand mitbekommen, da wir uns alle eigentlich mehr oder weniger um unsere Spiele gekümmert haben. Die Dinge im Hintergrund, die mehr die Gesellschafter der beiden Unternehmen betraf, war für uns eigentlich nicht so interessant, wir wollten einfach ein tolles Portal auf die Beine stellen und da sich mit tipp24games die Möglichkeit bot, das unter einer sehr gut abgesicherten Schirmherrschaft eines großen Unternehmens zu tun, war uns das natürlich Recht. Es war die tolle Chance, in allen Bereichen noch etwas mehr Gas geben zu können und von den Erfahrungen und der Professionalität eines großen Unternehmens zu profitieren. Als sich tipp24 dann umstrukturiert hat und das Geschäftsfeld SKILL GAMING nicht weiter betreiben wollte und sich uns dadurch somit die Gelegenheit bot, selbst das Ruder zu übernehmen, habe ich mit einigen Kollegen zugegriffen. Wir haben das Unternehmen (also meinen ehemaligen Arbeitgeber) übernommen und es neu ausgerichtet. Dazu gehörte natürlich auch die Umbenennung in m2p games aber auch in technischer Hinsicht hat sich seit den tipp24games Tagen einiges getan :)

Auf meinen Job hat sich die Übernahme eigentlich nicht ausgewirkt, ich mache das, was ich eigentlich schon immer gemacht habe, allerdings hast du als Gesellschafter natürlich einen anderen Blickwinkel und eine andere Motivation. Ich kann aber sagen, dass ich sehr froh bin, mit meinen neuen Kollegen hier zusammen arbeiten zu können. Auch wenn mein altes Team nicht mehr mit an Bord ist, so hat sich hier schnell ein neuer Kreis von sehr fähigen und netten Leuten gebildet, die ihrerseits sehr konkrete Pläne und Visionen für die Zukunft von m2p games haben. Was die alten Kollegen angeht, so stehen wir natürlich auch heute noch in Kontakt und wer weis, vielleicht findet das Team sich wieder zusammen :)

4. Wie genau kann man sich deine Arbeit heute vorstellen? Wie sieht so ein ganz typischer Arbeitstag bei Dir aus?

Ein typischer Tag ist eigentlich eher unspektakulär, meist besteht er aus Dingen, die alle mehr oder weniger dringend sind. Termine absprechen, Leute und Aufgaben organisieren, Meetings, der tägliche Wahnsinn aus Mails, Telefon und manchmal auch Spaß. Zwischendurch fällt mir dann ab und an auch noch ein neues Spiel ein, das ich dann schnell als Ideenskizze in meinem kleinen Notizbüchlein festhalten muss, damit es nicht verloren geht :)

eskimo skizze frank ziemlinski

5. Wie lange dauert es eigentlich bis aus so einer Ideen- oder Charakterskizze, tatsächlich das finale Produkt bzw. der fertige Charakter steht?

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Spielideen haben es bis heute nicht geschafft, aus meinem Notizbuch herauszukommen, andere dagegen entstehen aus einer Laune, begeistern sofort und werden innerhalb von wenigen Wochen realisiert. So ein Spiel besteht ja aus viele einzelnen Teilen, eine Idee für eine Mechanik oder einen Charakter ist da nur der kleinste Teil. Ideen finden geht bei mir immer schnell aber bis nachher alles zusammengefügt ist und funktioniert, dauert es dann doch seine Zeit. Man unterschätzt oft die vielen notwendigen Kleinigkeiten – grade bei mir ist es so, dass ich immer wieder überrascht bin, wie sehr einem doch die lästige Technik selbst bei so einfachen kleinen Spielideen dazwischenfunken kann :)

6. Dazwischenfunken ist ein gutes Stichwort, denn Stolpersteine gibt es ja auch schon reichlich, wenn man sich alleine mal den Entwicklungsprozess einer einzigen Spielfigur anschaut:

Der Weg von einer Charakterskizze hin zum fertig modellierten / texturierten Spielecharakter erfordert sehr viel Detailarbeit. Und realistische Animationen und Sound, die dem Maskottchen im Anschluss auch noch Leben einhauchen, dürfen natürlich auch nicht fehlen. So einfach wie man sich das als normaler Spieler in der Regel vorstellt, ist so ein Charakter also gar nicht entworfen, richtig?

Das komplizierte an einer Idee ist, dass man sie in geeigneter Form anderen mitteilen muss, damit die eigentliche Faszination erhalten bleibt und die Idee auch andere ansteckt. Ich habe da ja noch den einfachsten Job – die richtige Arbeit liegt bei den Kollegen, die dann später damit befasst sind, meine Gedanken zu ordnen, umzusetzen und wo nötig auch abzuändern. Fähige 3D Grafiker, Musiker, Programmierer und Animatoren, all diese einzelnen Talente müssen in einem Team zusammengefasst sein und Hand in Hand arbeiten – und das ist manchmal die wirkliche Herausforderung :)
Wo immer kreative Menschen zusammentreffen, geht es hoch her, gerade wenn am Ende ein stimmiges Produkt stehen soll. Ich versuche darauf zu achten, dass sich die ursprüngliche Idee auch nach längerer Entwicklungszeit noch im fertigen Spiel wiederfinden lässt :)

7. Welche Tools unterstützen Dich bei Deiner Arbeit und welche Tipps kannst Du jungen Menschen geben die Interesse daran haben, später selbst einmal in einer ähnlichen Funktion zu arbeiten?

Wie schon gesagt, meine „Werkzeuge“ sind so einfach wie funktional – Bleistift und Papier :) Da ich recht gut Zeichnen kann, genügen meist schon wenige Striche, um zu verdeutlichen, worum es mir geht. Ich bin leider kein 3D Grafiker oder Illustrator, arbeite aber mit diesen Menschen eng zusammen wenn es darum geht, eine meiner Skizzen lebendig werden zu lassen. Alleine wäre ich wahrscheinlich aufgeschmissen daher ist ein gutes Team auch so wertvoll :)

Ein solches Team aber dann auch anzuleiten ist dann noch einmal eine ganz andere Sache :) Ich kann jedem nur raten, ständig alle Ideen aufzuschreiben oder Skizzen zu machen – ich mache das seid Jahren so und habe schon etliche Bücher mit allen möglichen Ideen gefüllt. Zudem ist es toll, Kontakte zu anderen Talenten zu haben, die die eigenen Ideen ggf. aufwerten, ergänzen oder verbessern können. So haben wir damals auch angefangen, Spiele zu entwickeln, jeder macht das, was er am besten kann :)

Ach ja, Idealismus ist auch wichtig – man muss das, was man macht lieben, und nicht das Ziel haben, schnell viel Geld damit machen zu wollen – Geld ist später nur ein Nebenprodukt….

Interviewpartner:

Frank Ziemlinski, Gesellschafter m2p-Games

Einen Kommentar schreiben