King: Interview mit Jan Wedekind auf Wired.co.uk (Lesetipp)

jan wedekind king.com Das britische Onlinemagazin Wired UK hat vor kurzem ein lesenswertes Interview mit Jan Wedekind, dem Business Performance Director vom King-Studio in Barcelona, geführt. Anders als bei den meisten Gesprächen dieser Art üblich, ist dieses bemerkenswert kundennah, ehrlich und bietet sehr aufschlussreiche Einblicke hinter die Kulissen von Bubble Witch Saga und Bubble Witch Saga 2 sowie in die grundsätzliche Free2Play-Philosophie des Unternehmens. Hier die interessantesten Fakten / Erkenntnisse von uns zusammengefasst:

Bubble Witch Saga 2 ist ein vergleichsweise experimentelles Release. Je nachdem wie gut der Titel bei den Spielern ankommt, wird dies auch Auswirkungen auf neuen Content für das originale Bubble Witch Saga haben. Aktuell ist zwar (noch) nicht geplant, dass die Weiterentwicklung von Bubble Witch Saga eingestellt wird, aber wenn der Großteil der Fans zu Bubble Witch Saga 2 gewechselt sein wird gilt dies mittelfristig als wahrscheinlich. Alternativ ist aber auch vorstellbar, dass durch das nunmehr für mobile Endgeräte optimierte Sequel, erstmals auch ein ganz neuer Nutzerkreis vom Originalspiel erfährt und dieses somit auch weiterhin an besondere Bedeutung für das Unternehmen behält.

– Es gibt keine vordefinierten Designvorgaben für neue Spiele, die jeweiligen King-Studios (bei Bubble Witch Saga 2 eben ein Team aus Barcelona) sind in der Gestaltung völlig frei. Dies erklärt auch die starken optischen Unterschiede im Vergleich zum Vorgänger.

– King erhält von seinen Kunden und Testern regelmäßig das Feedback, dass die Spiele kindisch erscheinen. Jan Wedekind erklärt sich das dadurch, dass viele Erwachsene schlichtweg nicht gerne zugeben diese Form der Ästhetik zu mögen. King designt seine Spiele ohnehin entsprechend der persönlichen Überzeugung und Vorstellungen seiner (erwachsenen) Team-Mitglieder und nicht auf Grund unterschwelliger, psychologischer Aspekte oder Ähnlichem. Von daher sieht man in der Designfrage auch kein grundsätzliches Problem.

– Neue Spiele werden zunächst in kleineren Märkten gesoftlauncht (z.B. Kanada), um später gewährleisten zu können, dass das Spiel auch in der Masse tatsächlich auf Resonanz trifft und den hohen (Qualitäts-)Ansprüchen der Spieler genügt. In der Vergangenheit wurden Spiele zu schnell weltweit veröffentlicht, ohne das diese das absolute Hit-Potential besessen hätten und letztlich zu Enttäuschungen bei den Spielern geführt haben. Gemeint wird damit wahrscheinlich auch Hoop de Loop Saga sein, das zwar an sich ein Top-Spiel war, aber auf Grund seiner speziellen Spielmechanik für viele Spieler dann letztendlich doch uninteressant war.

– Die Veröffentlichung des Wimmelbildspiels Hidden Stories Saga fand zu einem Zeitpunkt statt, zu dem das Genre bereits übersättigt war. Dennoch hat es mit Criminal Case später noch ein vergleichbares, neues Spiel eines Mitbewerbers gegeben, dass es tatsächlich in die Liste der meistgenutzen 5 Facebook-Spiele geschafft hat. Mit Bubble Witch Saga 2 möchte King nun also etwas ähnliches versuchen. Ob auch Hidden Stories Saga noch einmal erscheint, wird nicht erwähnt. Wichtig: Explizit wird Hidden Stories Saga im Interview überhaupt nicht genannt, wir gehen aber davon aus, dass dieses Spiel gemeint sein muss.

– Die Facebook-Anbindung seiner mobilen Spiele hat für King wohl auch zukünftig eine essentielle Bedeutung, auch wenn das Wachstum von Facebook selbst seit einiger Zeit stagniert bzw. rückläufig ist.

– Beim Design eines neuen Spiels für mobile Endgeräte wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass eine positive Spielerfahrung auch auf dem kleinsten Bildschirm (z.B. iPhone 4) noch gegeben ist.

– Für King ist nicht entscheidend ob mehr Kunden auf Android oder iOS spielen, Hauptsache sie spielen überhaupt. Und selbst wenn sie ihr mobiles Endgerät austauschen, sollte die Spielerfahrung plattformübergreifend auch immer weitgehend die gleiche bleiben.

– Das Free2Play-Modell wie es King in seinen Spielen vertritt ist ein aus Sicht von Jan Wedekind überaus faires. Candy Crush Saga etwa ist ein absolutes High-Quality-Spiel, hinter dem viel Aufwand steckt und das nicht einfach mal günstig in wenigen Tagen entwickelt worden ist. Es gibt über viele Jahre hinweg regelmäßige, kostenlose Updates und die meisten Spieler sind nicht einmal zahlende Kunden. Wenn ein Spiel wie Candy Crush Saga zu unfair wird, könnten die Free2Play-Kunden auch anders als z.B. Konsolenspiel-Kunden, einfach kostenlos zu Spielen anderer Anbieter wechseln. Aus diesem Grund ist es King sehr wichtig seine Kunden nicht zu vergraulen. Warum sollte man in einem Spiel z.B. auch über 500 von Hand designte Level anbieten, wenn die meisten Spieler schon nach wenigen Leveln frustriert das Handtuch werfen oder zum Zahlen verpflichtet sind. Aus diesem Grund waren geschätze 90% aller Levelanpassungen in der Vergangenheit auch Vereinfachungen, um die Kunden bei Laune zu halten.

Royalgames dient in erster Linie als experimentelle Plattform für neue Spiele.

Das vollständige Original-Interview könnt ihr in englischer Sprache auf http://www.wired.co.uk nachlesen. Wir können euch an dieser Stelle unabhängig bestätigen, dass die von Jan Wedekind genannten Fakten (z.B. Vereinfachung von Levels; besonders faires Free2Play-Modell von King, mit der Möglichkeit die Spiele wirklich kostenlos durchspielen zu können, etc.) auch tatsächlich der Wahrheit entsprechen und nicht bloß so daher gesagt sind.

Es gibt nicht wenige Spieler, die sich regelmäßig und unbedacht darüber beschweren, dass einzelne Levels der Saga-Spiele zu schwer seien. Das King im Vergleich zu anderen Anbietern solcher Spiele der mit Abstand fairste ist, wird bei der oft lautstarken Kritik fast nie berücksichtigt und ist auch teilweise sehr schwer zu vermitteln, weil die meisten dieser Spieler schlichtweg noch nie ein Free2Play-Game eines anderen Anbieters mit einem ebenso großen Umfang gespielt haben. Und dort ist dann meist schon nach 100 von 500+ Levels Schluss mit Free2Play. Wenn man sich also nach z.B. 300 gespielten Leveln Candy Crush Saga irgendwann wirklich einmal dazu genötigt fühlen sollte 2€ für eine Spielhilfe auszugeben, dann darf man sich auch durchaus mal bewusst machen, dass man bis dahin bereits mehrere Stunden oder gar Tage an kostenlosem Spielspaß für lau geschenkt bekommen hat. Und wie wir ja nun seit heute wissen, kann man notfalls auch einfach mal ein paar Wochen entspannt abwarten und bei den wirklich harten Brocken auf eine Level-Vereinfachung hoffen :)

2 Reaktionen zu “King: Interview mit Jan Wedekind auf Wired.co.uk (Lesetipp)”

  1. ruby.tuesday

    Letting you know that I enjoy Playing Bubble Witch, however by adding bubble witch 2, to the bubble witch is not the game we that play were expecting, we were expecting something new and exciting with Bubble Witch, I have to hand it to you folks at King, with coming up with a such challenging game like Bubble Witch, Hats off to you all at King,with that being said ,some of the level are so difficult to pass ,that some folks just give up and quit playing ,Like level 340, I am on 339, The point being bubble Witch 2 is not challenging enough for fans of bubble witch,because bubble witch 2 is a match 3 game and is nothing like Bubble witch. Thank-you for the freebies too, I am hoping to see more levels added and so are others in the bubble witch groups . thanks for your time. Ruby

  2. skillgamer

    Thanks for your feedback Ruby, but we are just a fansite. Please use http://about.king.com/support/contact-form to get in touch with King.

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