Swapster – Game Items-Handelsplattform der Deutschen Börse!

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Das klassische Skillgaming bei dem man ja üblicherweise mit geringen Echtgeldeinsätzen gegen echte Mitspieler im Highscore-Duell in kurzen Onlinespielen antritt, dümpelt eigentlich schon das ganze Jahr über vor sich hin. Echte News oder Produktneuheiten gibt es aktuell nur sehr selten, Skillgaming im Jahr 2015 ist fast nur noch für ganz neue Spieler interessant, für Bestandskunden wird es zunehmend langweilig. Zum Glück tut sich aber im weiter gefassten Skillgaming-Umfeld immer wieder etwas:

So hat die Deutsche Börse AG vergangene Woche bekannt gegeben, dass sie mit Swapster eine legale Handelsplattform für virtuelle In-Game Items aus Onlinespielen plant! Klingt zunächst zwar nicht zwingend nach Skillgaming, könnte mittelfristig aber trotzdem interessant werden.

  1. Was geplant ist: Es geht darum, erspielte Ingame-Items aus Onlinespielen (insbesondere MMORPG’s) einfacher handelbar bzw. direkt zu Geld zu machen. Ein sehr populäres Beispiel für den Handel von virtuellen Gütern betrifft das Gold aus World of Warcraft. Ich erinnere mich gerne an die gute alte Zeit zurück, als ich zu meiner Schulzeit ganze Accounts oder Items aus Rollenspielen auf Ebay verkauft habe und damit immerhin ein paar hundert Euro Taschengeld im Monat hinzuverdient habe. Inzwischen wird der Verkauf von virtuellen Gütern oder Accounts häufig schon seitens der Spiele-Hersteller in den AGB’s verboten. Ein Markt für diese Art von Tauschgeschäften existiert dennoch bis heute, bloß war das ganze in den letzten 15-20 Jahren nie wirklich geregelt. Insbesondere gab es bis heute auch noch keinen zentralen, herstellerunabhängigen und allgemein akzeptierten, deutschen Handelsplatz. Swapster möchte genau das aber zukünftig ändern und die Deutsche Börse AG befindet sich mit ihrer neuen Handelsplattform bereits in Vertragsverhandlungen mit 6 Spielefirmen.
  2. Theoretisch denkbar wäre aber auch ein Skillgaming-Ansatz: Sollte sich Swapster durchsetzen, bestünde ggf. auch eine realistischere Möglichkeit, neue Skillgaming-Plattformen bzw. -Apps ins Leben zu rufen, bei denen man offiziell nur aus Unterhaltungsgründen einzahlt und das Geld in Spielchips, z.B. Tokens, o.ä. umgewandelt wird. Über den Umweg der Handelsplattform Swapster könnten diese Tokens dann aber dennoch handelbar und erspielte Gewinne (=Tokens) somit sehr wohl auszahlbar werden. Zwar setzt das ganze in der Praxis entweder eine direkte Kooperation mit Swapster oder zumindest einen stabilen Wert der Tokens sowie eine sehr hohe Vertrauenswürdigkeit des Skillgame-Anbieters voraus, aber prinzipiell kann ich mir durchaus vorstellen, das das ganze funktioniert. Auch wenn es im Einzelfall rechtlich umstritten sein könnte; durchsetzbare Umsetzungsmöglichkeiten dürfte es dennoch viele geben. Ein konkretes Beispiel-Szenario, das mir als allererstes eingefallen ist: “Echtgeld”-Skillgames in Form von Apps dürfen zumindest bei Google Play nicht eingestellt werden, da “Gambling”-Apps mit Auszahlungsmöglichkeit verboten sind und Skillgames seitens Google zur Gambling-Kategorie zählen (vereinfacht zusammengefasst). Ein Umweg über Swapster wäre dann so ähnlich wie beim Pachinko in Japan, wo man die in der Spielhalle erspielten Kugeln an der Theke zunächst in Tokens und diese dann wieder in einem anderen Laden um die Ecke (hier Swapster) gegen Geld tauschen kann. [Beispielvideo Pachinko-Automat Popeye https://www.youtube.com/watch?v=b62pYy5zGtE]

Fazit: Für alle diejenigen, die Skill-Games vor allem mit Gewinnerzielungsabsicht spielen, könnte es sich lohnen, das Projekt Swapster im Auge zu behalten! Die Grenze zwischen dem geplanten, klassischen Item-Handel und dem möglichen Handel von auszahlbaren Skillgaming-Tokens verläuft fließend und man darf gespannt sein, mit welchen Partnern Swapster zukünftig zusammenarbeiten wird!

3 Reaktionen zu “Swapster – Game Items-Handelsplattform der Deutschen Börse!”

  1. Björn Kaufmann

    Ansatz 2 wäre klar illegal.
    In Deutschland und fast allen anderen Ländern der Welt verboten. Wird ein Token (oder wie auch immer man die Kunstwährung nennt) irgendwann von irgendwem wieder in Geld umgewandelt, wird das Spiel wie ein Geldspiel behandelt (§ 6a SpielV).
    Außerdem würden sowohl Google als Auch Apple Kunstwährungen nur zulassen wenn man sie vorher per In-App-Purchase über Apple oder Google kauft. Da der Anbieter des Spieles jedoch nur 70% der Einnahmen erhält wäre ein Skillgame auf diesem Wege sicher keine Freude. Der Anbieter müsste quasi 40% einbehalten und das würde sicher keine Kunde wollen.
    Dennoch eine interessante Nachricht.

  2. skillgamer

    Stimmt, das Beispiel mit den offiziellen App-Stores ist immer noch sehr unrealistisch.

    Die Idee, Swapster als Auszahlungsweg zu nutzen, finde ich aber trotzdem gut und muss auch nicht zwangsläufig illegal sein (dann eben direkt € in die Geschicklichkeitsspiele-App schreiben und einen fixen Kurs anbieten).

    Wenn Swapster wirklich mal “den ganzen” Traffic aus dem Rollenspielhandel zusammenbringt, dann ist auch das Thema Skillgaming nicht mehr so weit weg. Immerhin hätte man mit Swapster einen ganz neuen Kanal zur Vermarktung.

    Auch eine Mischung aus den Ansätzen 1 und 2 ist realistisch (vereinzelte Skill-Elemente / Minispiele in einer offenen Welt). Das lässt sich auch nur schwer vermeiden bzw. nachweisen, wenn Swapster wirklich herstellerunabhängig sein möchte.

  3. Björn Kaufmann

    Stimmt absolut. Mal schauen ob es Akzeptanz findet.

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