Teut Weidemann nimmt King-Games unter die Lupe!

teut weidemann casual conect 2015
Quelle Bildzitat: Casual Connect auf Youtube

Auf der diesjährigen Europa-Ausgabe der Casual Connect in Amsterdam hat der deutsche Online Games Consultant Teut Weidemann einen interessanten Vortrag über die Spielmechaniken, Monetarisierungsformen  und Erfolgsfaktoren der Saga-Spiele von King gehalten, das vollständige, fast einstündige Video in englischer Sprache findet ihr hier https://www.youtube.com/watch?v=EDZ9Hqwuun0

Eigentlich könnte man die verschiedenen Aspekte hervorragend im Detail weiterdiskutieren (vor allem bzgl. Click Bait und Peer Pressure ….), aus Respekt gegenüber King möchte ich das aber öffentlich nicht tun. Vielleicht ergibt sich aber mal in einem anderen Umfeld eine Möglichkeit sich “wissenschaftlich” mit diesen Dingen zu beschäftigen, denn viele Dinge die Teut Weidemann in seinem Vortrag anspricht sind wirklich richtig spannend….

Zwei Dinge möchte ich trotzdem loswerden:

1. An einer Stelle vergleicht Teut Weidemann ausgewählte Mechaniken der Saga-Spiele mit dem NES-Spiel Super Mario Bros 3. Das es eine zunehmende Verschmelzung von Casual Games und Konsolenspielen gibt ist schon seit Jahren zu beobachten. Allerdings, und das wird in den Medien fast nie erwähnt, auch in beide Richtungen! Als perfektes Beispiel für die andere Seite möchte ich daher auch mal den klassischen Bubble-Shooter “Bust a Move” hervorheben, der seit einiger Zeit auch als levelbasiertes Casual Game unter dem Namen “Puzzle Bobble Line” (in Asien) sowie “Puzzle Bobble / Bust a Move Islands” (in den USA/Europa) für mobile Endgeräte verfügbar ist und sich damit der Saga-Idee bedient hat. Es ist also nicht so, dass immer nur die “Neuen” von den “Alten” abkupfern, wenngleich sicherlich richtig ist, dass die japanischen Spieleentwickler in den 90er-Jahren allen anderen um mindestens 10-15 Jahre voraus waren (für japanische Bahnunternehmen und deren Servicequalität gilt das übrigens auch noch heute :)). Nicht umsonst liest man in den Spielecredits von alten Sega- und Nintendospielen fast ausschließlich japanische Namen.

Was allerdings auch im Jahr 2015 zur vollständigen Verschmelzung noch fehlt ist ein erfolgreiches, mobiles “Super Mario”-Jump’n’ Run, verpackt als Saga-Spiel mit einem 2 wöchigen Release-Zyklus für neue Level. Man darf gespannt sein, wer hier zuerst erfolgreich sein wird, Nintendo oder King. Für King wird die Zeit langsam knapp, sollte Nintendo oder ein Drittanbieter demnächst z.B. eine Gameboy-Shell für iPhones oder gar ein eigenes Handy-Device auf den Markt bringen….Sega hat mit seinen Sonic-Re-Releases für Android übrigens gefloppt und ist wohl jetzt schon aus dem Rennen.

2. Teut Weidemann spricht davon, dass er glaubt das King mit seinen Spielen bewusst cheatet und unlösbare Sets verteilt. Dem zweiten Punkt stimme ich zu, der ist ja auch schon ohne Boosterkauf bei Pyramid Solitaire Saga für jedermann offensichtlich, dem ersten Punkt jedoch nicht. Zwar kann niemand wirklich zu 100% ausschließen, dass King GEZIELT lösbare und unlösbare Sets verteilt, aber da ich selbst alle Level aller Saga-Spiele durchgespielt habe und regelmäßig Feedback von anderen “Profispielern” erhalte, erlaube ich mir behaupten zu können, dass das wohl tatsächlich dem Zufallsfaktor und nichts anderem geschuldet sein muss. Ich könnte es wahrscheinlich sogar ganz einfach beweisen, aber wenn ich das tue schießt mich King auf den Mond :)

Daher meine Erfahrung nur ganz grob zusammengefasst: Aus meiner Sicht ist es so, dass – abgesehen von A/B-Tests – alle King-Spieler gleich behandelt werden und damit die gleiche Chance auf ein lösbares Level-Setting haben. Andernfalls würde es auch keinen Sinn machen, das King Levels vereinzelt auch mal überarbeitet und vereinfacht. Eine dahingehende Behauptung das man gezielt ein lösbares Setting erhält, wenn man beispielsweise den Tag davor nur unlösbare Sets erhalten hat, empfinde ich persönlich als nicht haltbar.

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